Weges nach bem beſten Zimmer im Hauſe, das ich bisher bewohnt hatte. Doch als ich eben nach dem Schluͤſſel griff, hielt Don Carlos mit vieler Heftigkeit meinen Arm zuruͤck; drauf ſagte er:„Ach, ich beſinne mich jezt; gewiß gehoͤrt
dieſes Reiſegepaͤck niemandem anderen, als euch?“
und mit dieſen Worten zeigte er mir ein Felleiſen, das auf den Tiſch in der großen Gaſtſtube nie⸗ dergelegt war.„Es iſt daran nichts verſehrt oder verdorben,“ fuhr er fort;„ich habe es mit eigenen Haͤnden hieher getragen, und ihr koͤnnt daher leicht denken, mit welcher Sorgfalt,„ Ich ſchien daruͤber verwundert zu ſein, da um⸗ armte er mich zwei bis dreimal mit ſeltener Herz⸗ lichkeit, und ſagte dann:„Wahrhaftig, ihr wur⸗ det gewiß nicht gewollt haben, daß ſie nicht das beſte Zimmer im Hauſe haben ſollte, und als ich ſie nun erblickte, verlor ich vollends den Kopf. Seit drei Jahren hatte ich dieſes Gluck nicht ge⸗
habt. Als ſie zu Bayonne anlangten, wo ich ſie ſeit funfzehn Tagen erwartet hatte, hatten ſie ſich doch blos mir zu Liebe entſchloſſen, ihre Reiſe bis hierher fortzuſetzen, und ſollte ich ihnen hier nun nicht eine ruhige Nachtherberge zu verſchaffen ſu⸗ chen, und waͤre es auch auf eure Unkoſten?“ Der liebenswuͤrdige Don Carlos fuͤrchtete, daß er mich durch die echt ſpaniſche Franqueza in ſeinem Betragen beleidigt haben moͤchte. Ich be⸗ ruhigte ihn indeß und dankte ihm dafuͤr, daß ev hiebei auf dis tranzöſiſche Artigkeit gerechnet habe,


