263 Fray Pablo. Endlich konnte man durchs Dunkel einen Schatten oder einen Mann unterſcheiden, der an die Thuͤr der Schwelle trat.„Seid mir gegruͤßt,“ rief es,„ſeid gegruͤßt, wuͤrdiger Afranceſado, der ihr meinen und euern Vater umgebracht habt!“— „Wer iſt das,“ erwiederte der Einſiedler,„der mich einer neuen Frevelthat anklagt? noch mehr Blut? Ach, nehmet das meinige und laſſet mich in Frieden.“ Ich ſprang vor, um den neuen An⸗ koͤmmling fortzuziehen; der Einſiedler ſtieß unterdeß, das Geſicht zur Erde gewendet, ſchmerzliche Seufzer aus. Dieſer Anblick erweckte in Don Carlos— denn er war es— ſo wie in mir) Grauſen. Er gab ſich alle moͤgliche Muͤhe mit dem Ungluͤcklichen, der ſich endlich beruhigte, und darauf giengen wir mit einander aus der Einſiedelei fort.
Die Schoͤnheit der Nacht verſcheuchte allmaͤhlig unſere traurigen Gefuͤhle. Der junge Herzog machte mir ganz ernſthafte Vorwuͤrfe daruͤber, daß ich ihn im Wirthshauſe verlaſſen hatte.„Meine Dulcinea,“ erzaͤhlte er weiter,„und ihre Mutter, als ſie von meinen Leuten zu Bayonne erfahren hatten, welches Intereſſe mich in dieſe Gebirge gelockt habe, hatten den Weg nach Navarra eingeſchlagen, ſei es nun, um irgend einen geliebten Landsmann da wiederzu⸗ finden, oder ſei es— was man freilich nicht ein⸗ geſtehen will— um mir wieder naͤher zu kommen. Als ich meine Goͤttin verlaſſen mußte, und als die beiden Strahlenſterne ihres Angeſichts ſich neigten, um unter dem taͤglichen Riederſinken ihrer Augenlie⸗


