Teil eines Werkes 
Vierter Band (1825)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

260

erkennen. Ganz außer mir fragte ich die Gräfin, ob ſie wohl jenen Greis im weißen Silberhaar er⸗ blicke, der mit dem vormaligen Verfolger meiner Mutter Hand an Hand gefeſſelt ieng indeß kaum mehr auf mich.

unterdeß ſtellten ſich dis Gefungenen in eine lange Reihe, um den Tod zu empfangen. Worin be⸗ Kand denn aber ihr Verbrechen? Hatten ſie etwa die ewigen Geſetze verletzt, die uns Gott in die Bruſt gelegt hat? Nein; ſie hatten blos uͤber das wahre Beſte ihres Vaterlandes eine andere Anſicht gehabt, ſie hatten an dem und dem Tage anders gedacht, als

ich! und ich entriß ihnen dies Leben, welches der Schoͤpfer des Himmels und der Erde ihnen gegeben, ich entriß ſie ihren Vaͤtern, ihren Gattinnen, ihren Soͤhnen.. Ihren Soͤhnen? v Himmel!

Hier hielt der Einſiedler ploͤtzlich inne. Sein Auge war unſtaͤt und irre; Thränen rollten an ſeinen

Wangen herab. Das Grauſen, wovon ich ſeine Seele erfuͤllt ſah, gieng in die meinige uͤber; ich ahmte ſein dumpfes Schweigen nach, und dies Still⸗ ſchweigen, das er durch nichts, ſelbſt nicht einmal durch einen Seufßzer ſtoͤrte, gab dieſer ſtummen Scene etwas noch feierlicheres und ernſteres. Endlich ſchlug Fray Pablo die Augen wieder zum Himmel empor, und fuhr mit einer Verwirrung, die er ver⸗ gebens zu unterdruͤcken ſuchte, weiter fort:

Die Spanier waren niedergeknieet und neigten ihr Haupt vor dem Segensſpruche, den ein Prieſter

ihnen indem er ſich immer weiter von ihnen