Teil eines Werkes 
Vierter Band (1825)
Entstehung
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Die Gitana erhob ihr Haupt, und erkannte die ganze Umgebung, ſuchte den Vater ihrer Kinder an ihr Herz zu druͤcken, ihre Paquita zu umarmen und ihren Pedro wieder zum Leben zu erwaͤrmen. Zu⸗ gleich ſah ſie, daß die Graͤfin Zeugin ihrer Leiden ſei, erkannte ſie und ſagte zu ihr im Tone der Verzweif⸗ lung:“Weidet euch immer an dieſer Scene, badet eure Haͤnde in Blut; dies Blut wird uͤber euer Haupt kommen und ich werde geraͤcht werden.“ Dann wendete ſie ihren Blick auf mich und ſagte zu mir:»Erzbiſchof Opas*), verwuͤnſchet die Nieder⸗ lage des Großrichters; er wuͤrde euch gewiß noch entfuͤhrt haben, und es waͤre fuͤr euch freilich beſſer, an meiner Stelle zu ſein als an der eurigen.„„ Ihre immer matter werdende Stimme konnte kaum noch dieſe lezten Worte ausſprechen, die mich vor Schrecken ſtarr und eiskalt machten:“ Geden⸗ ket an den Fluch eures Vaters!“

Die Gitana ſchwieg. Die eine ihrer Haͤnde ließ ihren Sohn fallen, die andere ließ die Hand des Aragoniers fahren; ihr Haupt neigte ſich auf die

Schulter herab, auf welcher es ſeit zwoͤlf Jahren

beſtaͤndig geruht hatte. In dieſem Augenblick ſchweb⸗ te ein Laͤcheln uͤber ihre entfaͤrbten Lippen.*Soͤh⸗

ne von Altkaſtilien,“ murmelte ſie,»ihr habt mei⸗

ne Nomanze vernommen!“ Und die Ungluͤckliche war nicht mehr.

* Dieſer und der Graf Julian wurden beim Einfall der Araber,

zu Verräthern an ihrem Vaterlande, Beide Namen ſind noch jezt im Munde des Volks.