Teil eines Werkes 
Vierter Band (1825)
Entstehung
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Zweites Kapitel.

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Kaum waren wir uͤber die Toledobruͤcke hinuͤber, als auch ſchon ein Heer von Feinden wie aus der Erde heraus zu wachſen ſchien. Noch im Angeſicht von Madrid, das ſich hinter uns auf dem jenſeitigen ufer des Manzanares entfaltete, ward unſere Be⸗ deckung bereits angefallen. Nach einem kurzen Ge⸗ fecht ward die Guerilla von unſeren Beſchuͤtzern zer⸗ ſprengt und in die Flucht getrieben. Bertrand, der ſie befehligte, hatte den General der Raͤuber an der rothen Schaͤrpe, die er nachlaͤßig uͤber ſeine arago⸗ niſche Tracht geworfen trug, wiedererkannt; es war niemand anders, als der Moͤrder ſeiner Braut⸗ Der traurige Geliebte der Donna Ines verfolgte wuͤthend den Großrichter auf den Ferſen, und wir ſahen dieſen alten Krieger von der großen Armee nicht mehr wieder. Blos zwei Stunden nachher fanden wir eine Epaulette, eine Uniform und einen zerbrochenen Degen unten am Fuße eines eiſernen Kreuzes umherliegen, an welchem ein blutiger Leich⸗ nam hieng, der offenbar ein Franzoſe ſein mußte. Sein verſtuͤmmeltes Geſicht war nicht mehr zu er⸗ kennen, aber ſein ſtarrer Mund hielt zwiſchen ſeinen Zaͤhnen unbeweglich einen Ordensſtern feſt, gleichſam als wollte er ihn bis uͤber das Grab hinaus vor den Entweihungen der Noͤrder ſchuͤtzen. Die Grena⸗ diere, welche in der Eile dem hingeſchiedenen Tapfern die lezte Ehre erwieſen, meinten, es ſei Bertrand.