Teil eines Werkes 
Vierter Band (1825)
Entstehung
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die Lebhaftigkeit meiner Empfinbungen brachte alle Einwuͤrfe zum Schweigen. Man uͤberredet Koͤnige nie leichter, als wenn man den Muth hat, ihre Tu⸗ genden heftig zu tadeln. Diener, welche Anwen⸗ dung von Gewaltmaßregeln fordern oder von der Pflicht der Gerechtigkeit und von der Heilſamkeit der Strenge reden, finden beſtändig Gehoͤr. In⸗ deß, ſoll ich es geſtehen? Während dieſes Kampfes, beſonders aber im Augenblicke, wo meine Anſicht ſiegte, erhob ſich in meiner Bruſt eine Stimme, die gegen meine Worte proteſtirte; ich machte mir es in⸗ deß zur Pflicht, dieſelbe meinem Vaterlande zu Liebe zu unterdruͤcken. Ich unglucklicher! war dies etwa der Schrei der Natur in mir, die ſich gegen den Be⸗ ſchluß der Staatsklugheit empoͤrte, oder war es vielleicht der Schrei meines ſo lange verblendeten Gewiſſens, und war das furchtbare Ungluͤck, das mich erwartete, vielleicht nichts anderes als eine ge⸗ rechte Strafe?

Ich kehrte zu der Graͤfin zuruͤck, die mich ver⸗ mocht hatte, in ihrem Palaſte meine Wohnung zu nehmen. Ihre Freude war unbeſchreiblich, als ſie den gluͤcklichen Erfolg meiner Vorſtellungen vernahm. Ich zitterte bei ihren Freudensbezeugungen, es war dies gleichſam ein Vorſpiel der Entzauberung, die jezt bald mit mir vorgehen ſollte; indeß das Gefuͤhl war nicht tief und dauernd genug, um mich zu ret⸗ ten. Matea, die mehr leidenſchaftlich als argliſtig war, hatte immer Verfuͤhrungsmittel in Bereitſchaft, um ihre erſchuͤtterte Herrſchaft wieder herzuſtellen.