Teil eines Werkes 
Vierter Band (1825)
Entstehung
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Jaime's. Sein Rang und ſeine Reichthuͤmer gaben ſeinem Abfall und ſeiner Gefangennehmung eine be⸗ deutende Wichtigkeit. Von Zorn entflammt, im ge⸗ bieteriſchen Tone, in den leidenſchaftlichſten Ausdruͤk⸗ ken von dem großen Intereſſe der gemeinſamen Sa⸗ che redend, ſtellte die Graͤfin mir vor, wie wichtig es ſei, ein Strafbeiſpiel aufzuſtellen, zumal in einer Zeit, wo Napoleon ſeine fruͤheren Reigungen und Verſprechungen zuruͤcknehmend, mit den Urhebern des Buͤrgerkriegs zu unterhandeln geneigt ſchiene, und wo die franzoͤſiſchen Heere nach der Weichſel hin gerufen worden und nicht mehr der koͤniglichen Ge⸗ walt zur Stuͤtze dienten.

Ich begab mich zum Koͤnige und ſagte zu ihm: „Euer Majeſtaͤt, die Gnade iſt nur dann eine Tu⸗ gend, wenn ſie des Menſchenblutes ſchont, aber nicht, wenn ſie es vergießen laͤßt. Die Stiwme je⸗ ner unvorſichtigen, vielleicht feindſeligen Schmeich⸗ ler, die euch umgeben, lobt bei jedem Verbrecher, dem ihr Verzeihung angedeihen laſſet, eure Groß⸗ muth; es iſt daher Zeit, daß die Stimme eines treu⸗ en Dieners ein vielleicht hartes, aber gewiß ſehr heil⸗ ſames Wort zu Euer Majeſtaͤt redet, und euch vor⸗ ſtellt, daß eure Nachſicht die Guten entmuthigt, die Boͤſen aufmuntert, das Feuer des Kriegs durch die Ausſicht auf Ungeſtraftheit unterhaͤlt, und mit Rui⸗ nen ein Land uberſaͤt, dem Euer Majeſtät ganz ande⸗ re Wohlthaten ſchuldig iſt und taͤglich verheißt. Als ein Vater euerer Unterthanen habt ihr das Leben derſelben gegen das Schwert der Geſetze zu ſchutzen.