16 Güte Lor, wie verwegen und ſtrafbar alle ſeine ge⸗ genwaͤrtigen Beſtrebungen waͤren. Da der Gefan⸗ gene darauf eine ſtolze Antwort gab, ward der Kai⸗ ſer boͤſe und fuͤgte hinzu, daß, wenn die ſpaniſche Halbinſel binnen funfzehn Tagen ſich nicht unterwer⸗ fen ſollte, ſo wuͤrde er von alle den Rechten, denen ſeine große Seele zu Gunſten eines Bruders entſagt habe, Gebrauch machen und Spanien als eine er⸗ oberte Provinz behandeln. Alonſo erwiederte la⸗ chelnd:„Es wird dann doch noch einen Winkel auf der Erde geben, wo die Fahne der Nation mit dem Wahlſpruche: Ferdinand und Freiheit! wehen wird. und ſo lange noch ein Spanier lebt, wird es auch dieſer Fahne nie an einem Vertheidiger fehlen.“—„Man führe dieſen ͤberſpannten Schwaͤrmer mir aus den Augen,“ ſagte hierauf der Monarch;„die Moͤnche haben ihnen allen den Kopf verdreht.“ Napoleon wollte den Widerſtand des zu den Waffen aufgeſtändenen Volkes lieber einer
religiöſen Ueberſpannung als patriotiſchen Geſin⸗
nungen zuſchreiben. Die Stimtung, welche Mär⸗ tyrer hervorbringt, ſchien fuͤr ſeine Armee nicht ſo gefaͤhrlich anſteckend zu ſein, als ieie freie Maͤnner bildet.
Mein Bruder ward dazu vifniut um in den Schloßthuͤrmen von Vincennes als Gefangener zu ſeufzen,— in dieſer Baſtille des Reichs, in welche nachher auch Blake, Zayas und Palafor geworfen worden ſind. Meine Bitten erweichten indeß den Zorn des beleidigten Siegers; ich bewirkte wenigſtens


