281 die ganze Welt in Unwiſſenheit daruͤber zu laſſen, daß ich noch lebte und gegen meine Moͤrder kaͤmpfte, waͤhrend mein Gemahl in die Dienſte derſelben ge⸗ treten war. Seitdem habe ich vergebliche Verſuche gemacht, den Markis in unſere Reihen zuruckzufuͤh⸗ ren. Erſt nach der Belagerung von Saragoſſa er⸗ fuhr ich alles das, was du für Spanien und fuͤr deinen Ruhm gethan haſt. Deiner Spur folgend, ſuchte ich dich in Andaluſien, im Innern unſerer noͤrdlichen Provinzen, ja in Kaſtilien auf; enblich finde ich dich wieder und ſehe, daß meine Gegenwart dir lieb und werth iſt. Dieſe Gewißheit iſt fuͤr das Gluͤck meines Lebens hinreichend. Ich koͤnnte mich nicht entſchließen, jemals unter denen zu leben, die unſeren Koͤnig in Feſſeln gelegt haben und die mir den Tod geben wollten. Moͤchte der Markis nie er⸗ fahren, daß ich noch lebe, bis zu jenem Tage, wo ich dereinſt fern von einem feindſeligen Hofe alle meine Sorgfalt auf die Pflege ſeines Alters werde verwenden koͤnnen! Gebe indeß nur der Himmel, daß dies nie auf dem Fremdlingsboden der Verban⸗ nung geſchehen moͤge!“
Die Bauern kamen unterdeß haufenweiſe mit Lebensmitteln herbei, welche Don Carlos verlangt hatte. Die Gitana ſagte zu ihnen:„Bringt nur immerfort dergleichen hierher; der General Don Bartolomeo wird vielleicht noch dieſe Nacht mit ſei⸗ ner ganzen Armee hier eintreffen, und ſo wie die Un⸗ geheuer vordringen, wird er ſich in dieſen endloſen Hoͤhlengaͤngen feſtſetzen. Ganz gewiß haben die


