280 ganz allein auf den Knieen; alle meine uͤbrigen Un⸗ gluͤcksgefaͤhrten waren nicht mehr am Leben. Von Schrecken ergriffen, ſtand ich auf, um zu entfliehen. Offenbar hatten die Soldaten mich nicht treffen wol⸗ len, denn ſie hatten ihre Augen abgewendet; ein Offizier zeigte mir das Alcalathor, das ich in meiner Verwirrung nicht wiederzufinden vermochte. Kaum befand ich mich außer den Mauern Madrids, als ich in Ohnmacht fiel, und ich kam nicht eher wieder zur Beſinnung, als in Guadalaxara, wohin mich einige Mauleſeltreiber geſchafft hatten. Vergebens richtete ich mehrere Briefe an dich. Du hatteſt Ocagna in demſelben Augenblick verlaſſen, wo Pablo aus der Abgeſchiedenheit ſeines Kloſters entwich, um in Ma⸗ drid auf der Schaubuͤhne der Abtruͤnnigkeit zu glaͤn⸗ zen; ich begab mich daher nach Guipuzcva, um den Markis von meinem Schickſal zu benachrichtigen, und ihn den Kerkermeiſtern Don Ferdinands zu ent⸗ reißen. Allein ich erfuhr, daß er zwar anfangs tief um mich betruͤbt geweſen, nachher aber in den großen Scenen, bei denen er Mitſpieler war, eine Zerſtreuung ſeiner Betruͤbniß gefunden habe; ich erfuhr ferner, daß er anſtatt an dem neuen Hofe die Rolle eines Gefangenen zu ſpielen, vielmehr an demſelben Ehrenaͤmter und Ordenszeichen angenom⸗ men habe. Eine tiefe Verzweiflung bemaͤchtigte ſich nun meiner Seele. Ganz Spanien griff zu den Waf⸗ fen, um ſeinen Koͤnig zu raͤchen. Ich entſchloß mich daher, unter den Vertheidigern des vielgelieb⸗ ten Ferdinands eine Stelle einzunehmen, und dabei
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