27¹ ſeufzten zu den Fuͤßen der Tochter Aldemon's. Doch Caſilda verſchmaͤhte ihre Huldigungen, der Gemahl, den ſie ſich erwaͤhlt hatte, war nicht auf Erden, die junge Mohamedanerin war die Braut des— Gottes.“
„Die Chriſten, welche durch das Lvos der Schlachten in Ketten und Banden gerathen waren, ſahen ſie, die Tochter ihrer Beſieger, gleich dem troͤ⸗ ſtenden Sonnenſtrahl, gleich einer erwaͤrmenden Feuerflamme, in der Liefe ihres finſtern Kerkers er⸗ ſcheinen. Ihre Hand verband ihnen die Wunden, ihr Ohr horchte den Erzaͤhlungen von ihren Thaten zu, ihr Mund lernte denjenigen, deſſen Weſen in Ruhm und kiebe beſteht, ſingen und preiſen.“
»Eines Tages trug Caſilda in einer Falte ihres Kleides den Gefangenen Brot zu. Aldemon eilte ihr nach und rief:»Was traͤgſt du da?“—*Ro⸗ ſen,“ antwortete die heilige Jungfrau. Der Sultan ſieht nach, und es waren wirklich Roſen. Der Glaube ebnet Berge und verſcheucht Ungewitter. Glaͤubige Chriſten, laſſet uns den ſingen, deſſen ſen ganz in Ruhm und Liebe beſteht.“
„Kaſtilianer von Boöcio*), ſeid ſtolz auf meine Romanze. Der Donner der Schlachten ſchuͤchtert meine Geſaͤnge nicht ein. Das Gemuͤth der Frauen iſt eine Laute, die drei Saiten hat, eine fuͤr die Liebe, eine andere Gott, eine dritte fuͤr den Ruhm.
*) Ein Dorf bei Birbiezca, ſechs Stunden von Burgos. Die Seen des h. Vincent und der h. Caſilda haben ihm einige Berühmtheit gegeben.


