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„Laßt uns immer weinen! Es iſt der juͤngſte unſerer Feldherrn, der weiſeſte, der tapferſte, den ſo eben die Kugel des Goͤtzendieners traf. Nur noch eine kleine Weile, und unſer gefangener Koͤnig verliert einen zweiten Rodrigo, Spanien einen Gon⸗ ſalvo von Cordova, und die Heldin von Saragoſ⸗ ſa ach! was ſie verliert, wer vermag euch das zu ſagen? Es giebt Dinge, die wir allein zu fuͤhlen vermoͤgen, fuͤr die wir ſelber keine Sprache finden koͤnnen. Wir verſtehen uns auf den Ruhm und auf die Liebe; die Maͤnner verſtehen ſich blos auf den Ruhm.“
„Caſilda, hoͤre meine Romanze. Die Donner der Schlachten werden meinen Geſang nicht hindern, bis zu dir emporzuſteigen. Da du ſelber eine Frau biſt, ſo iſt auch dein Gemuͤth eine Laute, die drei Saiten hat, eine fuͤr den Ruhm, die andere fuͤr die Liebe, die dritte fuͤr Gott. Caſilda, ich⸗ weihe dir meine Romanze.“
„Gefaͤhrtin der Himmelskoͤnigin, ich werde die Wunderthaten deines Lebens beſingen, und ihr, o Chriſten! leihet mir euer Ohr. Der Stellvertreter der Kalifen hielt damals Toledo in Unterwuͤrfigkeit, die ſchoͤnſte der Jungfrauen nannte ihn ihren Vater. Die Miramamolinen*) von Granada und von Cordova, die Infanten von Leon und von Kaſtilien,
* Ein Titel der oberſten Veherrſcher der Mauren in Spanien, das Wort iſt vermuthlich durch eine verderbte Ausſprache aus dem arabiſchen: Emir al Mumenim,(Fürſt der Gläubigen) entſtanden.


