Teil eines Werkes 
Dritter Band (1825)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

268

Geſang ein. Das Gemuͤth der Frauen iſt eine Lau⸗ te, die drei Seiten hat: eine fuͤr die Liebe, eine an⸗

dere fuͤr Gott, eine dritte fuͤr den Ruhm.„„ Soͤh⸗ ne Altkaſtiliens hoͤret meine Nomanze!“

»Wenn ich vom Kriege und von ſeinen Wun⸗ dern ſingen wollte, ſo koͤnnte es mir nicht an begei⸗ ſterten Eingebungen fehlen. Um mich her draͤngen ſich unſterbliche Erinnerungen, unſterbliche Vorbil⸗ der. Dieſe Berge, die wie Rieſen ſich aufzurichten ſcheinen, um mir zuzuhoͤren, haben es geſehen, durch welche Wunder Don Pelayo, der Graf Gon⸗ zalez und Cid, dieſe ſtolze Zier Kaſtiliens, das Va⸗ terland zu raͤchen und es wieder zu erobern wußten; dieſe Helden fordern mich auf, von Ruhm zu ſingen.“

»Doch ſanftere Stimmen rufen mich! Chimene iſts,„ vor allen biſt du es, wuͤrdige Gemahlin des kaſtiligniſchen Grafen, edle Infantin von Na⸗ varra, die du in den Schlachten an Gonzalez's Seite einherſchrittſt, die du an ſeiner Seite wie ein Schutzengel wachteſt, und die Gefahren von ſeinem Haupte abwendeteſt, Gluckliches Ehepaar, ihr fordert die traurige Gitana auf, von Liebe zu ſingen.“. Mhpſi

»Doch nein! Richt fuͤr den Cid und ſeine Chimene babe ich meine Gitarre geſtimmt. Ich, die Enkelin der Iſisprieſter, werde meinen Flug weit hoͤher nehmen Stolze Kaſtilianer, zuͤrnet nicht daruͤber; ihr ſehet dort den Himmel über euren Haͤuptern ausgebreitet; und zu dieſem ſteigt mein

„