Teil eines Werkes 
Dritter Band (1825)
Entstehung
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Zweites Kapitel.

Die Nacht kam heran. Der Kanonendonner, der abermals hinter mir ſich vernehmen ließ, zeigte mir an, daß die Empoͤrer ſich nicht ohne Kampf zu⸗ ruͤckzoͤgen, und ich ſuchte mir daher einen ſichern Zufluchtsort auf, wo ich mein Haupt zur Ruhe nie⸗ derlegen koͤnnte.

Der Mond, der hinter dichten Gewoͤlken dahin⸗ zog, erhellte von Zeit zu Zeit mit ſeinem Schimmer die Dunkelheit der Erde und des Himmels. Da ſah ich im Grunde eines Thals, das ſich vor mir oͤffnete, zwei Teiche liegen, die ſo eben durch einen dieſer fluͤchtigen Mondesſchimmer erhellt werden. Ich, der ich ſo eben noch wegen meiner einſamen Verlaſſenheit beſorgt geweſen war, mußte es jezt noch weit mehr werden; denn jedes lebende Weſen konnte ein Feind fuͤr mich ſein.

Mitten in einem aufmerkſamen Menſchenkreiſe ſah ich eine weiße Geſtalt hervorragen. Ich zweif⸗ elte nicht, daß es ein Moͤnch ſein moͤchte, der ſich ſo eben anſchickte, das Feuer des Aufruhrs noch mehr anzufachen. Da erfuͤllte auf einmal eine helle und wohlklingende Frauenſtimme das Thal mit melo⸗ diſchen Klaͤngen, welche den dumpfen Donner des ſpaniſchen und franzoͤſiſchen Geſchutzes weit uͤber⸗ toͤnten. Die Unbekannte ſang:

— Sohne Altkaſtiliens, hoͤret meine Romanze! Der Donner der Schlachten ſchuchtert nicht meinen