Teil eines Werkes 
Dritter Band (1825)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

27

Kleide, als meinen Geſinnungen und meiner Sprache gelte. Sie hob das Haupt empor,— ich bebte vor Freude, es war die Graͤfin von D***, Ein neues Daſein begann fuͤr mich mitten in dieſer allge⸗ meinen Bewegung der Menſchen und der Verhaͤltniſſe, Der leidenſchaftliche Ton Matea's erweckte im In⸗ nern meines Herzens irgend eine thoͤrichte Hoffnung, die ich mir ſelbſt nicht zu erklaͤren vermochte; mir war, als uͤbernaͤhme ſie es, mein neubegonnenes Leben zu vervollſtaͤndigen.

Ich ward indeß nicht wenig uͤberraſcht, als ich den Verluſt bemerkte, den ihre Schoͤnheit ſeit ihrem Aufenthalt im Escurial erlitten hatte. Ihr Geſicht war bleich und leidend, ihre Augen thraͤnenfeucht, in ihren Zuͤgen druͤckte ſich eben ſo viel Verwirrung als Betruͤbniß aus. Allein, anſtatt dadurch an ver⸗ fuͤhreriſchem Reiz zu verlieren, hatte ſie dadurch blos einen neuen hinzugewonnen; in ihrer Traurig⸗ keit lag ein Zauber, der mich noch feſter an ſie feſ⸗ ſelte.

Da ſie ſeit dem fruͤhen Morgen von Madrid ent⸗ fernt geweſen war, ſo fragte ſie mich aͤngſtlich um den Hergang der Begebenheiten, die dieſen Dag denk⸗ wuͤrdig gemacht hatten. Auf einmal ließ ſich ein ungluͤckverkuͤndendes Getöſe horen. Ich ſchauderte. Eine Handvoll Aufruͤhrer fand ſo eben durch Flin⸗ tenſchuͤſſe ſeinen Tod. Alle anweſenden Freunde des Prinzen von Aſturien entfernten ſich ſogleich, und Matea that daſſelbe.

Sie wuͤnſchte, daß ich in ihrem Hauſe wohnen