Teil eines Werkes 
Dritter Band (1825)
Entstehung
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moͤchte. Dies Anerbieten weckte in mir die tiefſten und ſuͤßeſten Gefuͤhle, und ich vergaß auf einen Au⸗ genblick, daß ſo eben mehrere meiner Mitbuͤrger un⸗ ter den Kugeln der Fremden zu Boden geſunken wa⸗ ren. Meine Seele uͤberließ ſich ganz den Hoffnun⸗ gen meiner Liebe.

Das Hotel der Grafen D⸗ liegt am Prado, dieſem herrlichen Spaziergange, den Karl der Dritte anlegte. Vor ſeiner Zeit war da blos eine abgele⸗ gene Wieſe, wo die Granden im Schaͤferhut und im Kamiſol der andaluſiſchen Landleute die Kuͤhlung des Abends zu genießen pflegten; hier fand vor etwa funfzig Jahren die Galanterie einen Zufluchtsort fuͤr ihre Freuden, und die Rache einen fuͤr ihre Meuchel⸗ morde. Jezt beſchatten ſtolze Baͤume dieſen ſchoͤnen Platz, zierliche Springbrunnen ſchmuͤcken ihn, Stra⸗ ßen und Palaͤſte umgeben ihn, und am Abend jedes Tages ſtroͤmt die ganze Bevoͤlkerung der Hauptſtadt zu ihm hin. Am 2. Mai lagerten ſich eure Solda⸗ ten unter den Waffen unter dieſen friedlichen Alleen, und hier waren ſo eben die erſten Opfer unſerer Zwie⸗ tracht gefallen. Beim Scheine der Fackeln wurden ihre blutigen Leichen auf Tragbahren weggeſchafft, und die Soldaten, welche das grauſame Urtheil voll⸗ ſtreckt hatten, fuͤhlten Thraͤnen uͤber ihr kriegeriſches Antlitz herabrollen. Dieſer Anblick erfuͤllte mich mit Grauſen. Die Graͤfin war davon nicht minder be⸗ wegt als ich, und der Ton ihrer Stimme verrieth eine innere Gemuͤthsbewegung, die ſie vergebens zu⸗ ruͤckzuhalten oder zu verbergen ſuchte.»Euer Bru⸗