294 Geſchrei hinaus rief. Meine Fenſter giengen nach der einſamen Ebene hinaus. Ich ſprang alſo an die⸗ ſelben hin, und ſiehe da, eine zahlreiche Quadrilla ſprengte von fern uͤber die oͤde Flaͤche, unten an mei⸗ nem Balcon aber hielt die Gitana auf einer wiehern⸗ den Mauleſelin, indem ſie das juͤngſte ihrer Kinder an ihrer Bruſt und die beiden andern hinter ſich auf dem Thiere hatte. Ihr Angeſicht war von Freude aufgeheitert.„Herr Oberſt,“ rief ſie mir zu,„ich habe meinen Kaiſer, den Großrichter von Aragonien, wiedergefunden. Ich bin nun ganz gluͤcklich, und habe daher darauf denken koͤnnen, euch ein Gegengift gegen den Biß der Natter zu bringen, die jezt eben bei euch iſt. Ich hatte es bei unſerem lezten Zuſammen⸗ treffen in den Gaͤrten von Aranjuez ganz vergeſſen, denn ich war damals zu traurig; allein die Freude ſpornt mich jezt wieder zur Rache an!“ Matea blieb unbeweglich auf ihrem Stuhle ſitzen.„Verwittwete Graͤfin von D***,“ fieng jezt die Zigeunerin an, die jene nicht ſehen konnte,„wieviel geben mir wohl Euer Exeellenz, wenn ich ein Geheimniß nicht ver⸗ rathe. 2—„Mein ganzes Vermoͤgen!“ rief die Grafin, indem ſie an die Gitter meines Fen⸗ ſters ſtuͤrzte,„mein ganzes Vermögen!“— „Wahrlich, das iſt noch nicht genug..... Euer Ercellenz verſtehen zu lügen, aber Sie verſtehen we⸗ der andere zu täuſchen, noch ſich ſelber Gewalt anzu⸗ thun; Sie haben dem Herrn Oberſten ſeit Jahr und Tag ſo vieles ſelber geſagt, daß ich blos nur noch einen einzigen Zipfel des ganzen Schleiers aufheben duͤrfte.
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