Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1825)
Entstehung
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Stelle von Tugenden und Talenten blos Schulden, Nisgeſtalt und Ahnen beſitzen, werden nicht lange mehr mit ihren geſtickten Staatskleidern die Palaͤſte austapezieren, dieſe vornehmen Lakaien, die nichts weiter verſtehen, als ihre Kniee vor ihrem Gebieter zu beugen, deren Unwiſſenheit nur mit ihrem Stolze zu vergleichen iſt, werden von der Laſt des Volksun⸗ willens endlich erdruͤckt werden. O moͤchte ihnen zu allen den Ordensbaͤndern, worauf ſie ſo eitel ſind, zulezt auch noch der Schnuͤrriemen Ramons zu Theil werden!“

Matea war ganz außer ſich. In ihren blitzenden Augen malte ſich nicht mehr Betruͤbniß, ſondern Wuth und Verzweiflung. Ihre hitzigen Aufwallungen er⸗ innerten mich an die Wuͤrde Maria's, als ſie vom Hofe verbannt und von allen Granden verlaſſen wurde. Nach einer Weile fuhr ſie fort:„Ihr ſeid ſo ganz gleichguͤltig bei den Beleidigungen, die ich erlitten habe; ehemals wuͤrdet ihr dieſelben um meinet- und euretwillen geraͤcht haben. Ihr hattet ſonſt freiſin⸗ nige Anſichten, ihr wußtet die Gleichheit zu ſchaͤtzen, die bei uns uͤberall ſtattfindet, nur nicht aln Hofe und in der Geſetzgebung. Indeß jezt ſchmuͤckt euch der Kammerherrnſchluͤſſel, und ihr könnt nun alle Thuͤren der koniglichen Gemaͤcher oͤffnen. Doch das iſt noch nicht alles. Alonſo, Frauen wiſſen in den innerſten Gedanken eines Mannes, der ihnen theuer iſt, zu leſen; ich ſehe nur zu wohl, welche Verfuͤhrung euch bezaubert hat, welche Neigung euch meiner Liebe und euern eigenen Schwuͤren untreu macht!“