Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1825)
Entstehung
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Gefuͤhle und inniger Vertraulichkeit wieder feſter, welches durch jede Abweſenheit etwas lockerer wird; und indem ich alle Worte dieſer geliebten Schweſter auffaßte, ihr Engelsgeſicht, ihre aͤtheriſche Geſtalt, ihre vom reinſten Himmelblau glaͤnzenden Augen be⸗ trachtete, empfand ich eine unbeſchreibliche Wonne, eine Wonne, ſo unendlich wie die Zuneigung, die ſie an mich knuͤpfte, und eben ſo rein und himmliſch wie ſie! Ich bedachte bei mir, daß die Liebe und all ihr Zauber doch keine ſo himmliſche Luſt gewaͤhre, als dieſe heilige Freude des Gemuͤths und des Herzens; ich uͤberlegte, daß ſelbſt Matea weniger von jenem aͤußeren Reiz beſaͤße, der gleichſam die geiſtige Schoͤn⸗ heit zu verkoͤrpern ſcheint. Indeß bei dem Gedanken an Matea erloſchen alle meine Herzensregungen wie⸗ der. Sie erhob ſich wie eine Scheidewand zwiſchen uns, und zwar eben ſo ſehr wegen der Abneigung Maria's gegen ſie, als wegen meiner Zuneigung zu ihr; meine Schweſter konnte nun nicht mehr die Ver⸗ traute aller meiner Gefuͤhle, aller meiner Wuͤnſche ſein, und doch hatte ich ſie nie mehr bewundert, nie mehr geliebt, als gerade jezt.

Es trat ein Stillſchweigen von einigen Augen⸗ blicken ein. Die Markiſin ſchien von einem Gedanken bewegt zu ſein, den ſie mir nicht ſagte, als ſie endlich ſich Gewalt anthat und fortfuhr:„Ich wollte dir blos noch das eine ſagen, die Partheiungen, die uns trennen, werden jezt, da ſie auf deiner Stirn einen Schimmer von Ruhm erblicken, um die Wette dich zu erobern ſuchen; alles wird aufgeboten werden, um