Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1825)
Entstehung
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noch veredelt zu ſein ſchienen. Sie bemerkte dieſen Eindruck, und fuhr erroͤthend fort:„Du wunderſt dich daruͤber, mich ſo reden zu hoͤren, die ich ſonſt ſo gut wußte, daß politiſche Gegenſtaͤnde ſo wenig fuͤr den Geſichtskreis der Frauen gehoͤren, die ich mich ſonſt davor fuͤrchtete, ſie jemals verſtehen zu lernen, weil ich nur zu wohl ſah, welche Grundanſichten da⸗ raus entſpringen, zumal oft ſolche, die dem goͤttli⸗ chen Geſetz entgegen ſind....! Geliebter Bruder, ich habe in dieſen wenigen Jahren gar ſehr gealtert; mein Daſein war ſehr bitter, eine geheime, unbe⸗ ſchreibliche Qual verfolgte mich, ich fand nirgends eine Zuflucht, als in den Studien, welche ſtark ge⸗ nug waren, um meine traurigen Gedanken zu zer⸗ ſtreuen. Ich bin endlich zu der Ueberzeugung gekom⸗ men, daß die Vorſehung die Voͤlker nicht geſchaffen haben kann, um das Spielwerk eines Sejan, eines Claudius oder eines noch ſchlimmern zu ſein. Indeß beruhige dich, ich werde nicht eher daran denken, Reiche zu regieren, als bis ich gelernt haben werde, mich ſelber zu regieren.“

Bei dieſen Worten legte Maria ihre Hand auf ihre Augen und brach in einen Strom von Thraͤnen aus. „Ich habe ſo viel gelitten,“ fuhr ſie fort,„aber blos zu den Fuͤßen unſerer lieben Frauen der Bedraͤngten, die ich anrief, die mich aber nicht hoͤrte! Verzeihe daher, wenn ich einen Genuß darin finde, mich in den Buſen einer geliebten Perſon ausweinen zu koͤnnen.“

Dieſe Herzensergießung gab uns vollends einan⸗ der wieder; ſie knuͤpfte fuͤr uns das Band gemeinſamer

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