45
Salamanca, und ſie miſchte in die Anbeutungen ihrer Feindſchaft ein ſo ſtolzes Weſen, das mich, ſo laͤcherlich es ſich auch ausnahm, belaͤſtigte. Je groͤßer ihre Furcht wurde, daß mein Einfluß ſie aus ihrem An⸗ ſehn verdraͤngen koͤnne, deſto mehr erſchopfte ſie ohne Ruͤckhalt das Vorrecht, mir alles zu ſagen. Ich ſah im voraus, daß aus einer ſo unruhigen und ſo gehaͤſ⸗ ſigen Eitelkeit fuͤr mich und fuͤr die Graͤfin große Un⸗ annehmlichkeiten entſpringen wuͤrden.
Endlich erreichten wir das Ziel unſerer Reiſe. Beim Anblick der Stadt, wohin mich der Sieg zu⸗ ruͤckfuͤhrte, worin mich Maria erwartete, klopfte mein Herz vor Freude und vor Liebe. Ich fuhlte mich durch alle die Gefuͤhle begluͤckt, welche Gott in das menſchliche Herz gelegt hat; ich war jezt ganz wieder ſo, wie bei meinem Abgange von Salamanca, von meinen Eroberungen und vom Gefaͤhl meiner Kraft berauſcht. Es iſt eine Eigenthuͤmlichkeit der Jugend, daß ſie auf die Gunſt der Zukunft ein blindes Vertrauen ſetzt, ſobald nur einmal ein Augenblick ihre Wuͤnſche erhoͤrt hat.
Matea zitterte, als ſie entdeckte, wie viel Ge⸗ walt das Bild der Markiſin mitten unter dem vielen Gluͤck, das mir zu Theil geworden, noch uͤber mich behalten habe.„Alonſo,“ ſagte ſie zu mir,„ihr werdet mich verſtehen; eure bruͤderliche Liebe muß ſich irgend eine Grenze ſetzen. Ich darf wohl behaupten, durch ein ſo enges Band mit euch verknuͤpft zu ſein, daß zwiſchen unſeren Herzen kein Platz fuͤr eine Fremde uͤbrig bleibt.“— Der Ton, womit ſie dieſe Aeuße⸗


