Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1825)
Entstehung
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verzeihen, der irgend einen Einfluß auf ihre Herrſchaft gewinnt. Dieſe Könige des Vorzimmers haben alle die Querlaunen und alle die unruhigen Sorgen, die mit einer wirklichen Herrſchaft verknuͤpft ſind; ſtets nach großerer Vollmacht ſtrebend und beſtändig voll Argwohn, furchten ſie ohn Unterlaß, daß ihr Scepter in Gefahr ſei.

Donna Ines, die noch jung, von angenehmer Bildung, vielleicht ſogar ſchoͤn zu nennen war,— wofern naͤmlich ihre Geſichtszuͤge etwas anderes aus⸗ gedruͤckt haͤtten, als neidiſchen und rachſuͤchtigen Stolz — wußte ſich über ihre abhängige Lage blos dadurch zu troͤſten, daß ſie unaufhoͤrlich von dem Glanz ihrer Familie erzaͤhlte. Ihre Vorfahren waren, wie ſie ſagte, ſchon von der Schlacht von Roncevaur her be⸗ ruͤhmt; ſie wußte alle Staatsaͤmter, die ſie bekleidet hatten, auswendig, ſie erinnerte ſich aller ihrer Waf⸗ fenthaten, und vergaß blos eines, daß naͤmlich ihr Vater, ein unbedeutender Hidalgo aus den Pyrenäen, in irgend einem Winkel von Navarra ein elendes Dorf⸗ wirthshaus unterhielt. Dieſes ſtolze Maͤdchen hegte einen hohen Duͤnkel gegen ihre Gebieterin, die in ihren Augen die Schmach einer niedrigen Abkunft blos da⸗ durch hatte wieder gut machen koͤnnen, daß ſie außer der Ehre, eine Tochter jener Sieger von Roncevaur zur Camarera zu haben, auch noch die zwiefache Empfehlung einer großen Freigebigkeit gegen die Kirche und vornehme Liebſchaften beſaß. Mein Sieg kränkte ſie wie eine perſoͤnliche Beleidigung; denn ich war in ihren Augen immer noch jener demuͤthige Student von