Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1825)
Entstehung
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beleidigt habt. Euer Stolz hat in der lezten Zeit viel leiden muͤſſen, als jener ganze Hof, der euch ver⸗ ächtlich behandelt und zuruͤckſtoßt, zu ihren Fuͤßen ſich ſchmiegte! Wie viel Thraͤnen habt ihr im Stillen des Nachts geweint!“— Matea war außer ſich.„Du biſt,“ ſagte ſie zu ihr,„die Gitana, die mich ſeit Salamanca mit ihren Orakelſpruchen verfolgt.“— „Vielleicht!“ erwiederte die Unbekannte im Tone hamiſcher Freude;„allein geſtehet, daß ich in eurer Seele eben ſo gut zu leſen verſtehe, als in den Ster⸗ nen. Wir uͤbrigen Erdenwuͤrmer wagen wohl ſelbſt in das Herz ſtolzer Eichen einzudringen. Es giebt blos einen Gott im Himmel, und ſeine Hand hat uns alle aus demſelben Thone geformt. Ihrzertretet uns; wir muͤſſen daher wohl bisweilen das Wiedervergel⸗ tungsrecht uͤben.“

Matea eilte dem Dorfe zu. Die Zigeunerin folgte uns auf dem Fuße.„Ehrwürdigſter Fray Pablo,“ ſagte ſie zu mir,„habt ihr wohl der Ex⸗ cellenz da den Eindruck erzaͤhlt, den ſie auf euch an jenem Abende machte, wo ſie im Garten der Infanten euern Augen erſchien?“

Die Graͤfin ſchwieg ſtill. Meine erſtaunte Ver⸗ nunft fand keine Aufloͤſung des Räthſels, das ich ſo eben vernommen hatte. Wir kamen endlich an die erſten Haͤuſer von San Lorenzo. Ich konnte jezt die Gitana ins Auge faſſen; ihre Geſichtszuge und ihre ganze Tracht hatten etwas ſeltſames. Ihr Haar hieng in ein ſeidenes Retz gewickelt herab; ihr weißer Schleier, der hinten auf ihre Schultern herabfiel,

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