Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1825)
Entstehung
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Wir uͤberließen uns einem ſtummen Traͤumen, waͤh⸗ rend uns im Lauf unſerer Betrachtungen das ſchreck⸗ liche Rauſchen der eingeſchloſſenen Gewaͤſſer neben uns begleitete. Es war, als ob ein ganzer Strom in Katarakten laͤngs den ſpitzigen Felſen des Romeral hinbrauſte. Auf einmal ergriff die Grafin meinen Arm; ſie bebte, ihre zitternden Lippen ſuchten Worte hervorzu⸗ ſtammeln, allein die Furcht ließ blos einen abgebro⸗ chenen Schrei durch dieſelben hindurch.„Dort, dort!“ rief ſie, indem ſie auf die Waſſerleitung hin⸗ zeigte; und wirklich entdeckte ich am Eingang derſel⸗ ben durch die Schatten der Nacht ein unbekanntes Weſen, welches ſich bewegte und auf uns zukam. Ich wollte meine Freundin eiligſt davon fuͤhren, doch eine fremde Hand ergreift die ihrige und eine Stimme ſpricht:„Fliehet ja nicht, ihr muͤßt mich zuvor hören!“— Die geheimnißvolle Geſtalt war weiß verſchleiert, und ihre Augen ſtrahlten mitten durch's Dunkel ein lebhaftes Feuer aus. Sie ſprach einige barbariſche Worte, blickte zum Himmel empor und ſagte dann zu der erſchrockenen Graäfin:„Gräfin von D***, ihr ſeid noch nicht geneſen!“—„Wie? mein Leben waͤre noch immer in Gefahr?“—„Ihr ſeid nicht geheilt! ihr habt eine Wunde, die mitjedem Tage immer ſchlimmer wird!“—„Was ſagſt du?“ —„Das Uebel, wovon ich rede, hat ſeinen Sitz im Herzen. Es giebt eine Frau in der Welt, die euch ewig zur Quaal ſein wird; ſie hat den Auftrag erhal⸗ ten, fuͤr einen jeden Rache zu nehmen, den ihr jemals