Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1825)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

Godoy's Wuͤnſche geknuͤpft; zugleich ſetzte Matea auf den Triumph des Prinzen die Hoffnung einer Genug⸗ thuung, die ihr beleidigter Stolz forderte. Die Freunde des Thronerben verſammelten ſich um ihr Krankenbette, und ihre Geſpraͤche reizten den Zorn noch mehr auf, den der Gedanke an die Abtruͤnnigkeit des Prinzen ohnehin in ihnen erregen mußte. Hier vereinigten ſich denn dieſe drei Maͤnner, deren Grund⸗ faͤtze ſich ſonſt am meiſten entgegengeſetzt waren. Sir Georges hatte nur einen Begriff von einem Koͤnig⸗ thume, das ein Gegengewicht von zwei Kammern haͤtte, aber auch dieſe zwei Kammern faßte er nur vom Standpunkt eines Britten auf. Fray Cayetano da⸗ gegen geſtattete der unumſchraͤnkten Koͤnigsgewalt nur zwei Stuͤtzen, den Altar und das Blutgeruͤſt, und wollte dieſen Grundſatz auf alle Reiche der Erde ange⸗ wendet wiſſen. Don Domingo, welcher zur Pflege ſeiner Tochter herbeigeeilt war, ein blinder Bewunde⸗ rer aller Auftritte des blutigen Drama's der franzoͤſi⸗ ſchen Revolution, ſchien blos darum auf Erden zu ſein, um durch ſein Beiſpiel darzuthun, bis zu wel⸗ chem Grade ein gefuͤhlvolles Herz und eine feurige Ein⸗ bildungskraft ſich dem Wahnwitz der Factionen hin⸗ geben koͤnnen. Wenn man das Gewiſſen mancher die⸗ ſer Sectirer befragt, welche ſich in alle Uebereilungen, in alle Frevelthaten zu ſtuͤrzen bereit ſind, ſo ſieht man recht, voll Beſorgniß fuͤr ſeine eigene Perſon, wie ſelbſt die edelſten Regungen blos dadurch, daß ſie zu lebhaft werden, in jedem Stande unſer Gemuͤth vor der Stimme der Menſchlichkeit zu verſchließen im