Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1825)
Entstehung
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Zweites Kapitel.

Dieſe veizende Frau, die noch jung und mit allem

begabt war, was irgend das Daſein verſchoͤnern kann, hatte wohl Recht, wenn ſie ihr Ende mit tiefem Be⸗ dauern herankommen ſah. Sie ließ ſich auf ihrem Krankenbette ein Nonnenkleid anziehen, gleichſam als ob ſie ſchon verſchieden ware, und verlangte, daß ihr die heiligen Reliquien gebracht wuͤrden. Fromme Stiftungen, ununterbrochene Gebete, zahlreiche Ge⸗ lubde und die Verheißung eines Viertheils ihrer Ein⸗ kuͤnfte an unſere liebe Frau von Atocha, die Gegen⸗ wart eines Weltgeiſtlichen und die meinige,— alles das zuſammen ni ihr noch keine Beruhigung zu verſchaffen.

„Alle dieſe Maͤnner, die mich geliebt haben,“ rief ſie einigemal aus,„die meine Anmuth und Schoͤn⸗ heit prieſen, die da erklaͤrten, ihr ganzes Daſein hange von einem meiner Blicke ab, ſie werden jezt bald den

Staub jener Matea mit Fuͤßen treten, die noch vor

Kurzem ſo ſtolz und ſo glaͤnzend war; ſie werden uͤber ihre entſeelten Reſte hinwegſchreiten, ohne ihrem An⸗ denken eine Thraͤne zu ſchenken, ohne ſich zu erinnern, daß ſie jemals gelebt habe.“ Seufzer erſtickten dieſe von Schluchzen unterbrochenen Worte. Sie ergriff mein Kruzifix, benetzte es mit Thraͤnen, und gelobte unſerer lieben Frauen von Atocha goldene Gewaͤnder und Ebelgeſteingeſchmeide.—

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