Nebenbuhler enideckt worden waͤre. Der Mund, der dieſes Lob ausſprach, ſchien ſich alle Mühe zu geben, um nicht ein Geheimniß zu verrathen, das ihm jeden Augenblick entſchluͤpfen wollte, und ich fuͤhlte niemals ſo ſehr, wie groß die Wohlthat des Himmels ſei, der Alonſo frei von Feſſeln gelaſſen und ihm die weite Wekt gleichſam uͤberlaſſen hatte.
Wir ſtiegen die Treppe, die von der Kuppel herab⸗ ſuͤhrte, hinunter. Von einem Gange, der laͤngs eines Kranzgeſimſes hinunterlief, konnte man das weite Schiff der Kirche uͤberſehen. Die Graͤfin hatte ihn ſchon einmal betreten, ohne zu bemerken, daß das eiſerne Gelender, welches den ſchmalen Gang ſicherte, an der einen Stelle unterbrochen war. Dies⸗ mal ſah ſie die Gefahr, gieng an der Stelle voruber, blieb dann, als nichts mehr zu fuͤrchten war, ſtill ſtehen, erblaßte, und ſtuͤrzte leblos auf das Granit⸗ pflaſter hin. Ihr Blut ſtroͤmte heftig aus einer tiefen Wunde. In dem weiten Umkreis der ge⸗ weihten Gebäude ward ihr dicht am Kloſter ein Zim⸗ mer eingeraͤumt, das zur Aufnahme der Granden bei Anweſenheit des Hofes beſtimmt war. Hier ſchlug ſie ihre geſchloſſenen Augenlieder wieder auf, erblickte mich ihr zu Haͤupten betend, und reichte mir ihre ſchwache Hand. Kaum vermochte ſie einige Worte auszuſpre⸗ chen, und zwar kuͤndigte ſie mir mit dieſen ihr nahes Ende an. Ich hatte bereits alles empfunden, was die Liebe irgend bitteres oder grauſames hat, nur ihre Freuden ſollte ich niemals kennen lernen⸗


