Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1825)
Entstehung
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um diejenige zu ſeiner Beute zu machen, welche der Stolz und die Hoffnung einer halben Welt war. Die Vorſehung hatte Don Ferdinand beſtimmt, daß er, noch ehe er zum Beſitz der Macht gelangte, alle Leiden erſchoͤpfen ſollte, die nur irgend die Tyrannei ihren Schlachtopfern aufzuerlegen vermag.

Der Prinz mußte in den Thraͤnen, welche die ganze Nation ſeiner entſchwundenen Lebensgefährtin weihte, eine Linderung fur ſeine Verzweiflung finden. Die verſchiedenen Schattirungen der offentlichen Mei⸗ nung zerfloſſen vollends in dem Gefuͤhl des allgemeinen Ungluͤcks; es gab keine Partheien mehr unter uns, es war nur eine Nation und nur ein Mann.

Endlich trat Godoy und die Koͤnigin erſchrocken vor dem Abgrunde zuruͤck, den ſie ſelber gegraben hat⸗ ten. Vielleicht durch den allgemeinen Haß der Na⸗ tion in dem kuͤhnſten ihrer Plaͤne beunruhigt, viel⸗ leicht auch noch, weil ſie ſahen, daß die wankende Geſundheit des Koͤnigs die Schaar der Anbeter der hoͤchſten Gewalt in geſpannter Erwartung hielt, be⸗ ſchloſſen ſie durch eine Ausſoͤhnung mit einem Prinzen, den das ganze Volk anbetete, Spanien zu entwaffnen. Doch ſie wollten zugleich Don Ferdinand zwingen, eine neue Eheverbindung zu ſchließen uͤber der Urne, deren Aſche noch nicht einmal kalt geworden war. Man wagte, ihm die Hand der dritten Tochter des Infanten Don Luis, mit einem Wort, die Prinzeſ⸗ ſin Schweſter des Friedensfuͤrſten anzutragen, um ſo dem Don Manuel neben dem Thronerben eine ver⸗ wandtſchaftliche Stutze zu ſichern.