Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1825)
Entstehung
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Wer ſie an den ufern des Baches erblickt, haͤlt ſie fuͤr die Koͤnigin der Blumen, wer ſie am Fuß der Altaͤre knieen ſieht, haͤlt ſie fuͤr die Koͤnigin der Engel. Doch waͤre ſie auch die bluͤhendſte Blume unſerer Gär⸗ ten, ich muͤßte ſie ſtets bewundern, waͤre ſie die an⸗ betungswuͤrdigſte in den Vorhoͤfen des Himmels, ich muͤßte ſtets meine Kniee vor ihr beugen. Indeß ſie muß etwas hoͤheres ſein, da ich ein Herz habe, um ſie zu lieben, eine Stimme, um ſie zu beſingen.

Sie ſteht in der Mitte zwiſchen den Blumen und den Engeln, ſie iſt ein Maͤdchen, ich liebe ſie.... Mein Herz iſt traurig wie ein Regentag; ich habe blos tiefen Schmerz zu ſingen.

Meine Heißgeliebte iſt eine Koͤnigin, ja eine Kaiſerin. Sie herrſcht uͤberall, wo ihre Fuͤße ruhen, uͤberall, wo das Feuer ihrer Blicke hinreicht, uͤberall,

wo die Diamanten ihres Mundes glaͤnzen; unterthan ſind ihr auf Erden alle Menſchen, die fur Schoͤnheit Gefuͤhl haben.

Paquita iſt ihr Name. Das edle und ſchoͤne Spanierland ſah ſie geboren werden; ein ſolcher Ruhm gebuͤhrte nur dem Lande der Myrte und des Goldes, dem Lande der Heiligen und der Helden. Sei ſtolz, o mein Vaterland, daß du uͤber dein entbecktes und erobertes Amerika herrſcheſt, ſei noch ſtolzer darauf, daß du unter die Toͤchter deiner Koͤnigreiche auch die reizende Jungfrau zählſt, deren Reiz ich beſinge. Duͤrfte ich unter allen Schaͤtzen deines Bodens waͤh⸗ len, ich wuͤrde wahrlich nicht nach denen von Potoſi greifen.