Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1825)
Entstehung
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ſeine empfindungsvollen Toͤne nicht verloren waͤren. Er ſang:

Ich liebe, und doch iſt mein Herz traurig wie ein truͤber Regentag. Trauer wohnt in meiner Seele, und doch ſoll ich ſingen!

Wenn ich euch meine langen Leiden erzaͤhlte, wenn ich euch meine vereitelten Wuͤnſche, meine zer⸗ ſtörten Hoffnungen, endlich meine Liebe und meine Verzweiflung ſchilderte, ihr wurdet fern von mir hin⸗ weg fliehen. Doch ihr werdet mir ein aufmerkſames Ohr leihen; niedergeſchlagen wie ein Rohr unter den Schlaͤgen des Ungewitters, werde ich euch ſingen.

Meine Vielgeliebte iſt mehr als Himmel und Erde; denn fuͤr den Himmel und die Erde iſt eine Sonne genug, doch ihr reizendes Haupt hat deren zwei. Ihre Augen ſchießen Flammen von ſich, die leuchtender als der Blitz, und zugleich milder ſind als jenes wohlthaͤtige Feuer, das den Reiſenden, der ſo eben dem Schiffbruch entrann, wieder erwaͤrmt und zum Leben bringt.

Ihr Wuchs iſt ſchlank und grade wie der Palm⸗ baum oder wie die Sykomore, die Roſe erblaßt voll Eiferſucht vor dem Glanz ihrer roſigen Wangen, und der Duft ihres Athems, welcher lieblicher iſt als der des Citronbaumes, der Myrte und des Pomeranzen⸗ baums, lieblicher als alles, was auf den Gefilden meines gluͤcklichen Vaterlandes Duft verhaucht, ſteigt zu den heiligen Hoͤhen des Himmels empor und ergotzt dort die ewige Dreieinigkeit auf ihrem Throne.