5
Freiheit aus Stolz und an der unumſchraͤnkten Gewalt aus Traͤgheit, iſt fuͤr eine große Rolle geſchaffen und bringt doch ſein Leben auf Erden ungekannt, ja man moͤchte ſagen unnuͤtz zu,— ſo iſt der Spanier der unteren Volksklaſſen und gerade ſo iſt auch der An⸗ haͤnger des Islam. Indeß muß man doch geſtehen, daß es nicht allein die Eroberungen der Saracenen geweſen ſind, die der ſpaniſchen Halbinſel dieſe afri⸗ kaniſche Phyſionomie gegeben haben. Man entdeckt bereits in den fruͤhſten Zeiten Spuren davon,— vielleicht die Wirkung, oder wohl gar die Urſache der leichten Hin- und Herwanderungen, die zu allen Zeiten zwiſchen den Kuͤſten Mauretaniens und zwi⸗ ſchen denen Spaniens ohne Unterlaß ſtattgefunden haben.
Der Character der ſpaniſchen Nation iſt ſo alt als ſie ſelber, und hat ſich den Lauf der Jahrhunderte hindurch unveraͤndert erhalten. Win finden in der ganzen Geſchichte jene anererbte Neigung der iberiſchen Jugend zu Muͤßiggang und Raͤuberei wieder. Lange vor dem großen Viriatus, dieſem umherſtreifenden Mithridates, welchen Rom nicht zu uͤberwinden ver⸗ mochte, ſondern ihn meuchleriſch zu ermorden gezwun⸗ gen war, erſchienen die Guerillas bereits ganz ſo, wie ſie neuerdings ſich uns gezeigt haben,— nämlich, unermuͤdlich, unzugaͤnglich, nicht der Flucht ſich ſchaͤmend, die Ausdauer mit dem Namen des Muths, das Gemetzel mit dem Namen des Sieges bezeichnend. Manche von dieſen Menſchen, die den roͤmiſchen Adler in ihren Gebirgen ermuͤdet hatten, wenn ſie zufallig


