Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1825)
Entstehung
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tel, der nur noch auf der linken Schulter hieng, warf um ſeine ſchlanke Geſtalt lange Falten, ließ zugleich die Hand frei, welche auf den Saiten zarte Accorde anſchlug, und zeigte darunter die zierliche Weſte mit alle den Decorationen, womit ſie geſchmuͤckt war. Mit dem einen Fuße an das Gelender geſtuͤtzt, und die Augen zu den Wolken empor wendend, die bald heller, bald duͤſtrer wurden, und uͤber welche der Mond wie ein ſilberner Kahn leicht dahinglitt, ſang er eine von jenen Romanzen ab, worin ſich eben ſo ſehr das Gemuͤth des Kaſtilianers als die Phantaſie des Arabers ausſpricht. Die Herrſchaft der Araber dauert fuͤr die Literatur Spaniens noch immer fort, und dieſe hat keinesweges das Joch des Orients bis jezt abgeſchuͤttelt. Von jenen ſchreiben ſich noch ſo viele glaͤnzende Bilder in der Sprache, ſo viele Zuge und Volksſitten in der Halbinſel, ja ſo viele jener Tempel her, die ſeit Vertreibung der Mauren dem Gotte der Chriſten gewidmet ſind, an denen man aber immer noch die arabiſchen Moskeen wiedererkennt. Der Spanier der unteren Volksklaſſen iſt gedul⸗ dig, mäßig, liebt die Unbeweglichkeit des Koͤrpers wie des Geiſtes, entſagt aber freudig ſeiner Ruhe, ſobald es Krieg und Kampf gilt, verraͤth eine lebhafte Ein⸗ bildungskraft in einem reichen, ja an Bildern und Wohllaut uͤberreichen Stile, geht ſtets bewaffnet, be⸗ wahrt auf ſeiner geſelligen Kulturſtufe die Unabhaͤn⸗ gigkeit und die perſoͤnliche Wuͤrde des rohen Natur⸗ ſtandes, hegt republikaniſche Tugenden unter dem Joch des druͤckendſten Despotismus, haͤngt an der