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heit entſcheidet. Iſt das nicht eine häßliche Intrigue? Ein Mann, geliebt von einem Götterweibe, macht mit galantem Feuer Damen den Hof, bei denen— die Staatsklugheit ent⸗ ſcheidet. Iſt das nicht eine häßliche Intrigue? Ein Mann, den ein Gedanke nur beherrſcht, ſein Vaterland, unterhält einen König, bei dem— die Staatsklugheit allein entſcheidet. Iſt das nicht wieder eine häßliche Intrigue? Um ſo mehr, als er dies alles nur für ein Bündniß that, an das er ſeines Lan⸗ des Zukunft knüpfte. Iſt das nicht eine häßliche Intrigue? Und hier ſteht der Intriguant Kaunitz, der Geſandte Heſter⸗ reichs an dem ſtaatsklugen Hofe von Verſailles!“
„Sie befehlen, Fürſtin, daß ich mich beleidigen laſſe!“ rief der König.
„Befehlen Sie, Fürſtin, daß Friedrich der Große Verſe macht?“ fragte Kaunitz lächelnd.
„Was bedeutet das,“ rief Ludwig.
„Sire!“ ſagte Kaunitz,„Sie unterhalten ſich mit einer kleinen Buchdruckerei, in der Sie ſelbſt den Satz be⸗ ſorgen, wie den Abzug. Wie wäre es, wenn Sie ſich mit Ihrem großen Verbündeten auch zu einem literariſchen Unternehmen verbänden? Sire! Es gäbe ein welthiſtoriſches Bändchen, die Verſe Friedrich des Großen, gedruckt von Ludwig XV.“
Kaunitz zog das Heft mit den Satyren des Königs von Preußen hervor. Aufgeregt umgab ihn die Geſell⸗ ſchaft.
„Was werde ich hören!“ ſprach der König.
„Leſen Sie!“ rief die Fürſtin.
„Leſen Sie, leſen Sie!“ tönte es von allen Seiten.—
Knyphauſen ſank in einen Seſſel.


