Teil eines Werkes 
2. Buch (1873) Die Epigramme Friedrich des Großen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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Gabriele lachte.Der märchenhafte Reiſewagen ſteht am Thore der Fürſtin Woronzow.

Das iſt nicht möglich! rief der König.

Die Geſellſchaft rauſchte durcheinander.

Fällen Sie kein Urtheil, Sire, ſagte die Fürſtin, ich bitte Sie, ehe Sie meinen Roman gehört haben.

Ludwig ſetzte ſich.Ich bin auf das Aeußerſte ge⸗ ſpannt, ſagte er.

Eine Frau, begann ſie.

Eine königliche Schönheit, unterbrach ſie Lud⸗ wig XV.

Hat drei Bewerber, erzählte ſie weiter.Alle lieben ſie, und eines Jeden Huldigung muß ſie mit Stolz erfüllen. Sie aber ſoll entſcheiden zwiſchen ihnen, denn Einem nur kann ſie gehören. Was thut ſie?

Sie läßt ihr Herz entſcheiden! ſagte der König.

Das hat längſt entſchieden. Sie aber ſchmerzt es, Nein zu ſagen den beiden Anderen, denn ſie wird ihrer Neigung ſtets mit Freude denken. So wählt ſie denn

ein Spiel. Die Fürſtin erhob ſich lächelnd.Ah! es

fällt mir eben ein, daß ich meinen König zu wählen habe.

Sie wählen? rief es von allen Seiten.

Kaunitz!

Der Graf beugte ſich über ihre Hand.

Ein Schrei der Ueberraſchung von allen Lippen be⸗ gleitete die Erklärung der ſchönen Frau.

Und die Moral von der Geſchichte? ſpottete Richelieu. Ein Verliebter iſt ein ſchlechter Diplomat.