„Klein und giftig!“ bemerkte Kaunitz.
Klein, giftig! ich bin verloren!“ murmelte der preu⸗ ßiſche Geſandte.
„Epigramme auf alle Herrſcher Europas,“ fuhr Kau⸗ nitz fort.
„Unſere Idee!“ rief die Fürſtin.
„Wirklich— un— unſere Nee,“ ſtammelte Knyp⸗ hauſen,—„ganz unſere Idee! ich bin verloren.“ Heftig wiſchte er mit dem Tuche Stirn und Wange.
„Ich habe hier auch eine Reihe kleiner giftiger Satyren auf die Herrſcher Europas,“ ſagte die Fürſtin unbefangen. „Vergleichen wir doch!“
Knyphauſen ſank beinahe in die Knie.„Um Himmels Willen,“ beſchwor er leiſe die Fürſtin.„Gnade! literariſcher Diebſtahl, Anbetung!— Liebe! verrathen Sie mich nicht! — Gnade!“
„Die Satyren, welche Sie mir gegeben,“ fragte die Fürſtin leiſe,„ſind?—“
„Die Verſe Frisdrich des Großen,“ ſtammelte Knyp⸗ hauſen. Seine Lage war verzweifelt.
Da klang die Thüre, der Herzog von Richelieu trat ungerufen, unangemeldet in den Gartenſaal der Fürſtin.
Die Fürſtin maß ihn mit zornigem Blicke von oben bis unten, er aber verneigte ſich mit boshaftem Lächeln.
„Fürſtin,“ ſprach er,„der König von Frankreich bittet die Venus von Milo—“
„Herzog!“ rief ſie.
„Es ſind die Worte Seiner Majeſtät. Bittet Sie, ihn zu empfangen, allein, ohne Zeugen, ehe die Geſell⸗
ſchaft—“
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