Teil eines Werkes 
2. Buch (1873) Die Epigramme Friedrich des Großen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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27 ſo geneigt war, dies dem ſchönen Schnitte ſeines Geſichts, als ſeiner Kunſt zuzuſchreiben. Natürlich ohne Achſelzucken, denn Couſtou galt als ein Träumer, ein Schwärmer,— als Schüler der Griechen im Bildwerke, war er auch Plato's Schüler in der Liebe.

Es gab nicht einmal zu Gerede Anlaß, als die Fürſtin ihn in ihren Wagen, in ihre Loge nahm, als ſie ſich von ihm auf die Promenade begleiten ließ. Er trug ihren Fächer, er öffnete ihren Wagenſchlag. Das war Alles.

Es gab nicht einmal zu Gerede Anlaß, als die Fürſtin für Guillaume Couſtou in ihrem Palaſte ein beſonderes Atelier herrichten ließ.

Und was war dies für ein Atelier.

Der Palaſt hatte einen Säulengang gegen den Park, rückwärts wie vorne gegen die Straße. Ueber wenig breite Marmorſtufen ſtieg man aus dem Erdgeſchoß in den Garten, und der blühende Frühling rankte ſich um Säulen und Wände und zu den Fenſtern herein. Im Erdgeſchoß lag Couſtou's Atelier, in der Ecke des Gebäudes.

Ein kleiner Saal im italieniſchen Style, mit Säulen, einfachen Ornamenten, Moſaikboden.

Eine Thüre auf den Corridor des Palaſtes, eine an⸗ dere in den Garten. Noch eine verborgen in der Wand geheimnißvoll.

Man drückte an einem Knopfe des Ornaments und ſie ſprang auf. Sie führte in ein enges Nebengäßchen. Hier konnte der Künſtler erſcheinen, verſchwinden wie er wollte.

Hier trat ein Modell unbemerkt ein, wie eine Geliebte.

Couſtou's Leben war jetzt in dieſem Atelier. Hier be⸗ ſuchten ihn ſeine Gönner und Freunde.