Teil eines Werkes 
2. Buch (1873) Die Epigramme Friedrich des Großen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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„Sire! ich war den Morgen nach der Affaire zur Stelle mit meinen Nachrichten, und wurde fortgeſchickt, war dann täglich zur Stelle und wurde täglich fortgeſchickt, bis ich— krank wurde.“

„Alſo! alſo!“ drängte Ludwig. XV. ungeduldig.

„Sie hat ihren Salon eröffnet.“

„Ah! nun wie ſieht ſie aus? haben Sie mit ihr ge⸗ ſprochen?“

„Sie iſt zugleich die ſchönſte und geiſtreichſte Frau in Paris, natürlich die Marquiſe ausgenommen,“ fügte der Herzog lächelnd hinzu.

„Laſſen wir die Marquiſe. Nun weiter, weiter.“

„Am Morgen nach der Affaire erhielt Jeder von uns zurück, was er beim Beſteigen des Walles verloren hatte, ſeinen Hut, oder Degen, oder ſonſt was, begleitet von der Einladung der Fürſtin Alexandra Woronzow, ihr Haus zu beſuchen.“

„Und Sie haben es natürlich gleich beſucht?“ ſagte der König und rieb heftig ſeine Hände.

„Natürlich.“

„Natürlich,“ wiederholte der König und band ſich ſein Halstuch feſter,„alſo—“

„Ich habe nicht genug Witz und Phantaſie, Sire, um Ihnen die Pracht ihres Palaſtes, ihrer Erſcheinung zu ſchil⸗ dern, man unterhält ſich nur von ihr. Die Geſellſchaft macht den Eindruck ſchwärmender Bienen, welche Abend für Abend im Palaſte der Fürſtin, wie in ihrem Stocke zu⸗ ſammen kommen, dahin tragen ſie allen Honig, den ſie fin⸗ den, Diderot ſeine Philoſophie, Erebillon die Poeſie und Couſtou ſeine Plaſtik.“