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Bald erfuhr man auch, der Herzog ſei krank.
Jetzt kam täglich zweimal ein Cavalier des Hofes, um nach ſeinem Befinden zu fragen, endlich verlangte der König nach ihm.
Am nächſten Tage war Richelieu geneſen, und als er in Verſailles erſchien, beeilte man ſich, ihm die Thüren zu den königlichen Gemächern zu öffnen.
„Ja, was machen Sie denn?“ rief ihm Ludwig XV. entgegen.
„Ja, was machen Sie denn, Sire?“ fragte Richelieu, indem er den König erſtaunt betrachtete.
Dieſer ſaß im Lehnſtuhl in einem koſtbaren Schlafrock von vrientaliſchem Stoffe, dicke Seidentücher um Hals und Kopf gewunden.
Er machte mehr den Eindruck eines alten Weibes, als eines Königs von Frankreich, eines Verbündeten des großen Friedrich.
„Da! da!“ ſagte der König mit einer Art heiſeren Geſanges,„da ſteckt es,“ er wies auf Kopf, Hals, Bruſt.
„Was, Sire?“
„Der Schnupfen, hören Sie denn nicht?“ er bemühte ſich einige Male recht heftig zu huſten, wobei er den Herzog anſah und melancholiſch mit dem Kopfe nickte.„Ja! Ja!“ hierauf wickelte er ſich noch tiefer in ſeinen Schlafrock und fuhr mit kläglicher Stimme fort:„Das habe ich davon, daß ich Ihnen gefolgt bin. Sie ſind der Verführer, ich bin das Opfer!“ wieder huſtete der König heftig.
„Sire!“ erwiderte der Herzog,„wir ſind alle das Opfer der Feuerſpritzen. In den Sälen von Verſailles, auf der


