er, ſobald ein neuer Ankömmling ſich angeſchloſſen hatte, dieſelbe Kopf für Kopf feierlich zählte.
Endlich kam er zu dem Ergebniß, es ſeien Alle anwe⸗ ſend, bis auf ihren Anführer, den Herzog von Richelieu.
Es war beinahe dunkel geworden, nur einzelne Sterne ſtanden am Himmel, als zwei Reiter langſam von Paris her ſich dem Wachtfeuer näherten.
Chauvelin hatte ſie kaum erblickt, als er auch die ganze Schaar alarmirte.
„Zwei Reiter,“ rief er,„das iſt gegen die Verabredung. Die Zahl iſt voll, der Herzog iſt es nicht, er kommt allein.“ Schnell war er im Sattel und ſprengte ihnen entgegen. Auf zwanzig Schritte riß er ſein Pferd zurück, ſpannte die Piſtole und rief ſie an.
Ein lautes Gelächter Richelieu's antwortete auf ſein Manöver. Chauvelin grüßte zuvorkommend.
„Sind Sie beiſammen?“ fragte der Herzog.
Der Officier verneigte ſich.„Wir erwarten Sie nur, um unſern Feldzug zu beginnen. Doch wer iſt der Andere?“ Er deutete auf den Begleiter des Herzogs.
„Der Mann mit der eiſernen Maske,“ entgegnete Ri⸗ chelieu lächelnd.
Chauvelin bemerkte jetzt, als ſie zuſammen dem Walde zuritten, daß der Begleiter Richelieu's eine ſchwarze Sammt⸗ larve trug. Es war ſonſt nichts Ungewöhnliches in ſeinem Aeußeren. Er ſchien ein kräftiger Mann, trug elegante ſchwarze Kleider und Reiterſtiefel. Auf dem arſen Hute eine feuerrothe Schleife und die Schärpe, welche die ganze Geſellſchaft bezeichnete. ſie ſich dem Feuer näherten,
Sacher⸗Maſoch, Kaunitz. II. 2


