Teil eines Werkes 
2. Buch (1873) Die Epigramme Friedrich des Großen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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ſeines Pferdes aus und las mit lauter Stimme eine Kriegs⸗ erklärung in den zierlichſten Verſen. Im Namen des Her⸗ zogs von Richelieu und ſiebzehn anderer Cavaliere, welche er feierlich vorlas, künde er der Göttin der Liebe, welche, aus dem Olymp herabgeſtiegen, in dieſem geheimnißvollen Schloſſe Hof halte, Krieg an zu Waſſer und zu Lande, bis ſie die weiße Fahne aufhiſſe oder den Herzog und ſeine Ver⸗ bündeten zu ihren Gefangenen gemacht habe.

Hierauf ſprengten die beiden Reiter um das Schloß und ließen von jeder Weltgegend aus ihre Fanfare und Kriegserklärung ertönen.

Es blieb ſtille ringsum.

Verdrießlich wandte der Fahnenträger ſein Roß und ſprengte, von dem Trompeter gefolgt, nach Paris zurück.

Nach Sonnenuntergang lagerte am Waldrande, wel⸗ cher der Hauptſtadt zugekehrt war, ein Trupp Reiter. Es waren junge Cavaliere von dem Hofe und der Garde Lud⸗ wig XV., alle prächtig gekleidet, mit Degen und Piſtolen bewaffnet, als Abzeichen trugen ſie eine feuerrothe Schärpe. Einige waren damit beſchäftigt, dürre Aeſte, Reiſig, ja ganze kleine Bäume zu einem mächtigen Feuer heranzutragen, andere luden ein Saumthiér ab, auf deſſen Rücken alle Lecke⸗ reien eines franzöſiſchen Marketenderzeltes gepackt waren. Ein Fäßchen war ſchnell herbeigerollt, angezapft und die ge⸗ füllten Gläſer klangen bei Geſang und Toaſten aneinander.

Noch kamen Einzelne herbei. Lebhafter Zuruf empfing ſie. Sie ſtiegen von den Pferden und banden ihre Thiere an irgend einen Aſt. Ein zwanzigjähriger Lieutenant, Mar⸗ quis von Chauvelin, erheiterte die Geſellſchaft dadurch, daß