Teil eines Werkes 
2. Buch (1873) Die Epigramme Friedrich des Großen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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Aber ſie läßt mich peitſchen, bis ich ſelbſt mit Euer Ercellenz Erlaubniß zu ſterben wage. Der König wird meinetwegen keinen Krieg anfangen mit der Czaarin und wer ſonſt kann ſo eine moskowitiſche Despotin zur Rechen⸗ ſchaft ziehen?

Richelien verließ ſeinen Platz, um auf⸗ und abſchrei⸗ tend zu einem neuen Entſchluß zu kommen. Auch der Se⸗ cretair war aufgeſtanden und ehrfurchtsvoll bis zu der Thüre zurückgetreten.

Noch Eines, ſprach Richelieu,iſt die Fürſtin Nachts in ihrem Palaſte?

Nein, im Schloſſe.

Gut.

Der Herzog verabſchiedete den Secretair mit einem Geſchenke, wickelte ſich in ſeinen Mantel und eilte, ſeine Wohnung zu gewinnen. Unterwegs hielt er manchmal bei einer Straßenlaterne und ſchrieb Namen in ſein Notizen⸗ buch.

Er ſchien nur eine Liſte zu entwerfen, aber ſein Geſicht glänzte dabei von dem heiteren Eifer eines Schulknaben, dem ſeine erſten Verſe gelungen ſind.

Das geheimnißvolle Schloß der Ruſſin dehnte ſich in düſterer Einförmigkeit über den anſehnlichſten Theil einer ſanften Anhöhe aus, zu deren Füßen eine dürre ſandige Fläche lag, gegen Paris zu von einem nahen dichten Walde, nach allen anderen Richtungen hin erſt in größerer Entfer⸗ nung von Meierhöfen und Dörfern geſäumt.