9 in einander und ſetzte den Kranz auf Kaunitz Haupt.„Sie ſind ein Genie!“ rief er,„Sie fahren aus! gleich, wenn Sie wollen. Sie reiten, Sie gehen, es lebe Quesnay! wird man rufen.“
Der Graf nahm den Kranz herab, löſte ſeine Enden und peitſchte mit dem blühenden Aſt ſeinen Fuß. Ohne den Kopf zu erheben, ſprach er zu Quesnay:„Meine Phantaſie beſchäftigt ſich unaufhörlich mit ihr.“
„Ihre Phantaſie?“ entgegnete Quesnay,„ja Sie lieben mit der Phantaſie, Sie haben den beſten Willen zu lieben, aber Sie kommen nicht über die Vorſtellung davon hinaus.
Ein Augenblick macht uns zu Knechten von Ge⸗ ſchöpfen, an denen wir nur Widerwärtiges fanden und Einſicht der beſten Eigenſchaften, Wohlgefallen, Vorſatz und Bemühung vermögen nicht in einem ganzen Menſchenleben Liebe zu erwecken.“
„Davon iſt nicht die Rede,“ erwiederte Kaunitz,„ich habe keine Zeit, mich zu verlieben, aber ich beſchäftige mich wider meinen Willen mit dieſer Ruſſin. Mit jedem präch⸗ tigen Stoffe bedecke ich ihre Schultern, jedes leuchtende Ju⸗ wel verſenke ich in die Wellen ihres Haares, jedes Gemälde, Muſik, Verſe beziehe ich auf ſie, nicht mit Gefühl, Alles mit heiterer Luſt eines Kindes, das ſich bei Sonnenſchein die Märchen weiter erzählt, welche es beim flackernden Ka⸗ min erlauſcht hat.
Unlängſt las ich in der Zeitung von einer Dame, die in. den Canal ſprang, um ein Kind zu vetten und bildete mir ein, ſie müſſe etwas geweſen ſein.“
„Aber bedenken Sie doch den Reifrock!—“
„Was ſpricht man von dem Salon der Fürſtin?“
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