Teil eines Werkes 
2. Buch (1873) Die Epigramme Friedrich des Großen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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Alle! ſagte Kaunitz und erhob ſich von ſeinen Blu⸗ men,Alle! weibliche und männliche. Die Menſchen ſind noch nicht ſo grundſchlecht, Binder, als man zuweilen mei⸗ nen möchte; es giebt edlere Thiere unter ihnen, wie dieſen Bären Amadeus, ich fürchte nur den claſſiſchen Steinwurf, wenn mich einmal eine Fliege necken ſollte. Aber es iſt wirk⸗ lich Zeit, geſund zu werden.

Der Herzog von Richelieu hat große Plane! Eine neue Intrigue, die Marquiſe von Pompadour zu ſtürzen, beſchäftigt ihn.

Durch eine neue Geliebte?

Wie ſonſt! und dieſe neue Geliebte ſoll meine Ruſſin ſein.

Der Secretair ſah den Grafen überraſcht an.

Ruhig, Binder, ich habe nie ein Wort mit ihr geſpro⸗ chen, ich habe ſie nur einmal geſehen im Theater, aber das war genug, das war ungeſund. Nun ſoll ſie die Maitreſſe Ludwig XV. werden. Die Ruſſin wird zu ſtolz ſein, mein lieber Richelieu, und Stolz iſt Moral beim Weibe. Aber es iſt immerhin Zeit, geſund zu werden. Wo iſt Quesnay?

Er iſt in wenigen Minuten hier.

Er iſt pünktlich, Kaunitz,iſt er auch verſchwiegen?

Das iſt er, betheuerte Binder.Es iſt ſein Ver⸗ dienſt, wenn man den Zuſtand Euer Excellenz für ſo be⸗ denklich hält, daß Ihre plötzliche Geneſung das Anſehen ſeiner Kunſt um nicht Geringes erhöhen wird.

Francois erſchien in dieſem Augenblick auf der Schwelle, hielt aber inne, bis ſein Herr ihn mit einem flüchtigen Blicke geſtreift hatte.

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