Teil eines Werkes 
1. Buch (1873) Kaunitz und Voltaire / von Sacher-Masoch
Entstehung
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1 thue? alle Trauerſpiele, welche Crebillon geſchrieben, ſchreibe ich noch einmal, ich ſchreibe eine Semiramis, einen Oreſtes, ja einen Catilina, Frankreich ſoll dann entſcheiden zwiſchen mir und ihm. Er zog heftig ein Bündel Papiere unter dem Kopfpolſter hervor.Da haben Sie den Plan zu Semira⸗ mis da Dreſtes hier das gerettete Rom, eines nach dem andern flog dem preußiſchen Geſandten vor die Füße.

Knyphauſen entgegnete trocken:Mein König hat es ſich einmal in den Kopf geſetzt, den erſten franzöſiſchen Dichter an ſeinem Hofe zu haben. Der Dichter Arnaud iſt an ſeinem Hofe, wenn Sie die Stelle refuſiren, macht er ihn dazu

Eben trat Bernis lächelnd über Voltaire's Schwelle.

Was bringen Sie? fragte dieſer gereizt.

Einige Verſe Ihres königlichen Freundes, ſprach der Abbé mit boshafter Artigkeit, und reichte ſie Voltaire. Die Verſe ſind wirklich ſchlecht, recht ſchlecht, auch das Gleichniß, Friedrich der Große vergleicht nämlich Arnaud mit der aufgehenden und Voltaire mit der untergehenden Sonne.

Voltaire ſchrie bei dieſen Worten auf, und ſprang im Hemde aus dem Bette.Meinen Paß! rief er,meinen

Paß! ich reiſe ab.