nen Verſtand, ich beſchwöre Dich, bei Allem was Dir heilig iſt, mache Kaunitz in Dich verliebt.“
Gabriele lachte.
„Es wird nicht möglich ſein, den Reizen meiner Ge⸗ mahlin gegenüber, aber verſuch' es doch!“
„Gut,“ ſagte ſie.„So, Sie ſehen ausgezeichnet, fan⸗ gen Sie mich, aber machen Sie es nicht zu ungeſchickt.“
Machault löſte ſeine Aufgabe vortrefflich. Erſt trieb er Bernis aus einer Ecke in die andere, jetzt glaubte ihm Crebillon mit Mühe entronnen zu ſein. Neckend ſchwebte Gabriele um ihn, immer kühner, immer näher, da war ſie auch gefangen.
„Nehmen Sie ſich in Acht, Kaunitz,“ rief ſie, indem ſie die Binde empfing,„ich habe es auf Sie abgeſehen, Sie will ich fangen.“
„Es wird Ihnen nicht ſchwer werden,“ ſagte der Graf. — Die Jagd begann.
„Sie ſieht!“ rief Bernis. Gabriele lachte und toll und immer toller ging es aus einer Ecke in die andere, und durch die lange Reihe der Zimmer. Jetzt galt es Couſtou, jetzt dem Abbé, endlich Kaunitz. Sie trieb ihn vor ſich her. Er flüchtete hinter den Fenſtervorhang, da war er rettungslos verloren. Wie ein Tiger auf ſeine Beute, ſprang ihm die Kleine mit muthwilligem Lachen nach, und ſchloß ihn in ihre Arme. Auch er umſchlang das liebliche Mädchen. Die Binde war ihr von den Augen gefallen, ſie fühlte ſeine Lip⸗ pen auf den ihren, aber ſie wehrte ihm nicht.


