Derſelbe Miniſter, welcher ſich beeilt hatte, auf ein Stirnrunzeln der Pompadour, Catilina zu verbieten, feierte jetzt den glänzenden Erfolg deſſelben an feſtlicher Tafel mit dem Dichter und ſeinen Freunden. Rührend war die Ver⸗ legenheit, in welche Crebillon durch ſeinen Triumph ver⸗ ſetzt war, ſie wurde noch geſteigert, als er die Serviette nahm, und ein königliches Dekret in ſeinen Schooß fiel, das ihm eine Stelle an der Bibliothek verlieh. Noch ſtammelte er dem Miniſter ſeinen Dank, als eine verdeckte Schüſſel vor ihn geſetzt wurde, und die Hausfrau ihn einlud, den Deckel zu heben.„Iſt das für mich allein?“ fragte er,„was wird das ſein? Ich wage es nicht.“
Gabriele kam ihm zuvor und reichte ihm auf ſilberner Schüſſel ein zweites Dekret, das ihm einen Jahresgehalt von 1000 Franks ausſetzte.
„Mein Gott!“ ſagte der Greis,„unſere Noth hat alſo ein Ende, wir werden alle geſund werden, Voltaire, Cati⸗ lina, der Blinde und ich.“ Zum Nachtiſch erhielt der Dich⸗ ter ein drittes Dekret, es eröffnete ihm, daß der König eine prachtvolle Ausgabe ſeiner Werke zu ſeinem Gunſten ange⸗ ordnet habe. Man trank ſein Wohl, die Unterhaltung wurde immer ungezwungener, eines jener fröhlichen Bacchanale der Rococozeit voll Anſtand und Grazie. Dem Backwerke, den Torten folgten muthwillige Lieder und die„blinde Kuh.“
Die kleine Gabriele hatte den Miniſter gleich ertappt, er kniete vor ihr, um ſich die Augen verbinden zu laſſen. „Gabriele, ſüße Gabriele,“ flüſterte er,„haſt Du ſie geſehen im Theater, ihn und meine Frau, ich verliere mei⸗


