Teil eines Werkes 
1. Buch (1873) Kaunitz und Voltaire / von Sacher-Masoch
Entstehung
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Tone, der zu ihm herausdringen möchte, aber die Wagen raſſeln und verſchlingen Mißfallen oder Beifall. Einer, der die Stühle geſetzt hat im Senate, kommt heraus und ſieht ihn da ſtehen.

Wollen Sie das Stück nicht ſehen? fragt er Cre⸗ billon,treten Sie doch ein.

Nein, nein, mein Freund, ich habe meinen Platz im Theater, aber es iſt mir zu heiß geworden.

Sie intereſſiren ſich alſo nicht für das Stück?

Oh! ich ich intereſſire mich ſchon, der Dichter iſt mein Freund, oder beſſer geſagt, ich bin ſein Freund, viel⸗ leicht der einzige Freund, den er hat.

Mein Herr, ſagt der ſtolze Mann des Senats,Sie irren, Crebillon hat beſſere Freunde, als die da auf der Straße auf- und abſpazieren, und in den Mond ſehen. Hören Sie den Sturm

Crebillon ergreift ſeine Hand.Catilina! ruft er, mam lacht nicht über ihn!

Der Mann kehrt ihm verächtlich den Rücken. Deut⸗ lich hört Crebillon das Beifallklatſchen, jetzt wieder, und im⸗ mer wieder, es zieht ihn die Stufen empor, jetzt iſt er auf der Bühne, noch hört er die letzten Verſe des Actes. Der Vorhang fällt, wie das Meer rauſcht es durch das Haus. Das Publikum verlangt ungeſtüm nach Crebillon, hört er neben ſich ſagen,ich will in ſeinem Namen danken.

Danken Sie, danken Sie ich ich kann ja nicht! ruft er, breitet ſeine Arme nach dem Publikum aus, und ſinkt zu Boden.

Sacher⸗Maſoch, Kaunitz. I. 13