Teil eines Werkes 
1. Buch (1873) Kaunitz und Voltaire / von Sacher-Masoch
Entstehung
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Blatt. Die Marquiſe blickte hinein und ſchlug ein helles Gelächter an.Abbeé, ſind Sie verrückt! das iſt ja eine Liebeserklärung!Die Marquiſe von Pompadour an den Ritter D'Aſſas, Geſandten in St. Petersburg. Ich liebe Sie,» ha, ha, ha.Ich In dieſem Augenblicke ſah ſie den Abbé an, und trat betroffen zurück. Es waren Ber⸗ nis' Kleider, Bernis' Geſtalt, aber nicht Bernis' Geſicht. Mein Gott, was bedeutet das? rief ſie. Der Abbé warf Mantel und Perrücke ab, und Kaunitz lag zu den Füßen der ſchönen Frau. Die Marquiſe lachte.Graf, Sie ſind ein Sonderling in der Liebe wie im Leben, aber wenn Sie der König hier trifft ſie ging zur Thüre.

Sie weiſen mir die Thüre? fragte der Graf.

Nein, entgegnete die Marquiſe,ich ſperre ſie nur.

Ich will Sie nicht um Verzeihung bitten, ſagte Kau⸗

nitz;wenn Sie meine Leidenſchaft erwiedern, bedarf ich der⸗ ſelben nicht, und finden Sie an mir keinen Geſchmack, ſo können Sie mir nie verzeihen, was ich gethan habe.

Sie lieben mich, ſprach Frau von Pompadour, aber Sie intriguiren gegen mich.

Ich! antwortete der Graf.

Sie, wer ſonſt! rief die Marquiſe.Haben Sie nicht den König beſtimmt, Catilina aufzuführen?

Gewiß, ſagte Kaunitz.

Kennen Sie meine Beziehungen zu Voltaire nicht?

Eben weil ich ſie kenne; ich fürchte, daß Sie Voltaire näher ſtehen, als die Marquiſe von Pompadour dem Dichter der Henriade, deshalb ſoll mir Voltaire nach Pots⸗ dam da haben Sie meine Intrigue. Und das ſagen Sie mir! rief die Marquiſe.