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„Wiſſen Sie das gewiß, Bernis?“
„Verzeihen Sie, ihn bewegt noch eines—“
„Sie machen mich neugierig, er haßt Voltaire.“
„Nein, er liebt Sie,“ erwiederte Bernis.
Die Marquiſe ſah ihn an.„Iſt das möglich?“ fragte ſie ruhig.
„Iſt es möglich, Sie nicht zu lieben?“
Die Marquiſe lachte.„Sie ſind auch in mich verliebt, Bernis, ich weiß das, es war, wie jeden Abend, Ihre offi⸗ zielle Liebeserklärung, ſie gehört zu Ihrem Amte, aber Kaunitz?— Auch er zieht mich wunderbar an. Sein willen⸗ volles, bewußtes Leben, ſein Geiſt— Catilina ſoll auf⸗ geführt werden, ſchon Kaunitz zu lieb, eilen Sie in das Theater, Bernis, verkünden Sie es den Schauſpielern, nehmen Sie meinen Tragſeſſel, Sie ſind raſch zurück, und wir erledigen dann noch die Depeſchen.“
Die ſchöne Frau war gewohnt, ihre Befehle raſch er⸗ füllt zu ſehen. Der Abbé verließ daher ſofort das Gemach. Die Marquiſe verſank einige Augenblicke in Nachdenken, dann ſchüttelte ſie den Kopf, als wollte ſie die düſtern Bil⸗ der verſcheuchen, und vertiefte ſich in die Staatsſchriften, welche ihren Tiſch bedeckten. Mit der kalten Ruhe eines klugen, erfahrenen Mannes verrichtete ſie die ernſte Arbeit, und ſah erſt auf, als der Thürvorhang wieder rauſchte. „Sie ſind es, Bernis?“ ſagte ſie,„ſetzen Sie ſich, raſch, raſch.“
Der Eingetretene nahm an dem Tiſche Platz, und ſchickte ſich an zu ſchreiben. Die Marguiſe diktirte ihm »einen Brief an den Geſandten in St. Petersburg.
„Sind Sie fertig? zeigen Sie.“ Er reichte ihr das
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