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„Das Volk der Literaten,“ ſcherzte Kaunitz,„hat große Luſt, ſich gegen ſeinen König zu empören.“
„Das Stück wird aufgeführt,“ entgegnete Ludwig. „Voltaire verläßt Frankreich, ſo bleibt uns Crebillon. Vol⸗ taire wird ſterben vor Neid, er wird weinen wie ein bos⸗ haftes Kind. Wir wollen das gleich machen, man würde mich ſonſt überlaufen; die Miniſter— die Marquiſe—“
„Iſt die königliche Ordre da,“ fiel Quesnay ein,„muß ſich Alles fügen.“ Damit legte er ein Blanquet auf den Tiſch.
„Eine Feder!“ rief Ludwig. Kaunitz reichte ſie. Der König ſchrieb:„Catilina, Trauerſpiel von Crebillon, wird auf meinem Hoftheater ſofort einſtudirt und in einer Woche aufgeführt, mit nie geſehener Pracht der Ausſtattung, auf meine Koſten.“
Die Marquiſe von Pompadour war am Abende mit dem Abbe Bernis, ihrem Geheimſecretair, eingeſchloſſen, um Staatsgeſchäfte zu erledigen. Wichtige Aktenſtücke waren ihr vorgelegt worden, ſie machte ihre Notizen, als der Abbé ſich Muth zuſprach, und ihr endlich eröffnete, der König habe die Aufführung des Catilina erlaubt.
„Es iſt nicht möglich!“ rief die Marquiſe und warf die Feder von ſich.
„Der König hat eine Ordre unterzeichnet, ſie iſt in den Händen Quesnay's, und wird ſoeben den königlichen Schauſpielern vorgeleſen.“
„Warum ſagen Sie mir das jetzt erſt, Bernis?“


